Papa Tom gibt seinen Senf dazu – heute: Fußballmanager

Hallo liebe Leser,

nun möchte ich, Tom, Vater dieser quirligen Mädchen und Ehemann meiner Traumfrau, auch was zum Besten geben. Vorneweg: Ich bin zarte 40 Jahr alt und liebe meine Familie über alles.

EIGENTLICH BIN ICH EIN HANDBALLER MIT LEIB UND SEELE, dennoch spiele ich leidenschaftlich gerne Fußball-Manager am Rechner. Das braucht man nicht unbedingt verstehen, ist aber so. Wenn das Spiel gestartet ist vergesse ich meine Zigaretten und alles um mich herum. Doch bis dahin ist es oft ein weiter weg.

Auf die Plätze….

Der normale, private Abend startet in der Regel so gegen 17:00 Uhr, wenn ich nach meinem geregelten Bürojob nach Hause komme und das Haus betrete. Anfänglich wird man von sämtlichen Frauen jubelnd begrüßt, bei meiner Frau eher mit dem Gedanken, dass sie sich nun endlich für Ihren Job richten kann und das Haus, das Verrückte macht, verlassen darf. Sie arbeitet bei einer Wochenzeitung und hat mehrmals unter Woche Abendtermine. Sie geht – ich komme. Kurzer Kaffee, abklatschen und rein ins Getümmel.

…fertig, los!

Da steh ich nun mit zwei Kids, welche hungrig, müde und hin und wieder diesbezüglich nicht ganz sooooo gut gelaunt sind. Viel Zeit zum Spielen etc bleibt nicht, die Kids müssen ja am nächsten Morgen auch wieder gegen 6.30 Uhr aufstehen. Also ran an den Tisch, die Kleine sitzt schon bevor ich nur erwähne, dass wir jetzt zu Abend essen. Sie muss mir das in den Augen ablesen können. Aber in der Regel richten wir den Tisch zusammen, immer wieder schön zu sehen, wie so ein kleiner Mensch selbstständig oder unter Anleitung eines nicht mehr ganz so kleinen Menschen, ihrer großen Schwester, die Abläufe kennt und diese auch selbstständig erledigen möchte. Nachdem der Tisch gerichtet ist können wir loslegen. Folgende Gemütszustände sind zu beobachten:

Vater – isst reichlich, wird müde und würde am liebsten umgehend aufstehen, um sich den Bauch auf der nahegelegenen Couch ausführlich zu streicheln.

Die erste Etappe

Tochter Groß ist nach 10 Minuten fertig und quengelt, dass sie aufstehen möchte (was sie natürlich nicht darf). Dieses Szenario stellt den Optimalfall dar. Wenn das Dargereichte ihr nämlich nicht zusagt wird es erst interessant. Nach der Aussage „war lecker, brauchst du aber nicht mehr machen“, serviere ich meiner Großen am Ende doch eine Alternative. Irgendwann bekomme ich nun auch dieses Kind gesättigt.Tochter Klein isst gerne und gut und am liebsten selber. Das kann natürlich dauern. Die Eine will aufstehen, die Andere wird nicht fertig. Optimale Voraussetzungen für ein gemütliches Abendessen, aber wer kennt das nicht.

Die zweite Etappe

Anschließend gehen wir drei dann ins Bad. Was man eben so macht, Schlafanzug anziehen, Zähne putzen usw. Noch stürmt Zwergi euphorisch ins Bad, ich hoffe, das hält noch eine Weile an. Vor dem Waschbecken steht ein Ikea-Hocker. Ein Hocker, zwei Kinder. Beide auf einem Hocker – grundsätzlich noch möglich aber auf Grund der „Sie hat 2 cm mehr Platz als ich“-Thematik äußerst selten realisierbar. Folgender Plan: die Große zieht den Schlafanzug an, der Kleinen putze ich derweil die Zähne. Soweit so gut. Je nach Laune der Kids scheitert der Plan aber schon hier. Gehen wir mal davon aus, dass sie gut gelaunt sind und soweit mitmachen. Folglich also soll die Große, welche es mehr oder weniger selbstständig geschafft hat ihren Schlafanzug anzuziehen, ihre Zähne am nun frei gewordenen Waschbecken putzen. In dieser Zeit ziehe ich die Kleine um, so dass wir zeitgleich fertig sind. Aber trotz aller vorhergehenden, allabendlichen Hinweise, dass es doch angebracht wäre, dass sich die Große (bald 6 Jahre) die Zähne alleine putzt (was sie selbstverständlich auch kann), wenn ich mit beiden Kids alleine bin, läuft es naturgemäß anders als man sich das vorstellt.

Großes Mädchen, den Tränen nahe, weil sie sich grausamerweise die Zähne alleine putzen soll, Vater, der in dieser Situation eventuell die Geduld verliert und ein kleines Mädchen, welches im besten Fall mit voller Windel darauf wartet bettfertig gemacht zu werden.

Das Ende vom Lied ist – nach Gemecker und Tränen und je nach Gemütslage der Protagonisten, immer ein anderes. Entweder hat sie ihren Kopf durchgesetzt und ich habe nach dem Prinzip „hoffentlich sind die Kids bald im Bett“ nachgegeben oder aber ich habe triumphierend die Diskussion gewonnen und sie putzt sich die Zähne selber.

Endspurt

So, ab zur Buchzeit. Ein Ritual bei uns, gefühlt kommen die Kids dabei runter. Auf Grund des Altersunterschieds und der unterschiedlichen Interessen aber auch nicht ganz einfach. Der einen kann man getrost vorlesen, der anderen dauert das natürlich zu lange. Aber das bekommen wir meisten problemlos gewuppt.

Also, die Große ins Bett gelegt, CD mit einer Geschichte angestellt, und gute Nacht gesagt. Auch ein Küsschen der kleinen Schwester darf nicht fehlen. Dann die Kleine in den Schlafsack gepackt und ins Bett gelegt. Was die Große in dieser Situation sehr gut macht: Sie hat Verständnis dafür, dass ich mich hierbei mehr um unsere kleine Tochter kümmern muss, da sie noch nicht wirklich gut alleine einschläft. In der Regel schläft die Große schon, bevor Zwergi überhaupt aufhört zu labern. Falls es doch mal andersrum sein sollte, wird noch dolle gekuschelt und sie schläft während dessen ein. Diese Zeit sollte man sich meiner Meinung nach nehmen. Was gibt es schöneres.

Auf der Zielgeraden und dann….

Treppe runter, Chaos in der Küche und im Esszimmer beseitigen, evtl. auch noch andere Dinge erledigen. Ist dies getan, frohlockt der Laptop, welcher ausnahmsweise mal nicht von meiner Frau in Beschlag genommen wurde. Ich bin also ganz kurz davor, meiner Leidenschaft als virtueller Trainer einer erfolgreichen Fußballmannschaft, nachzugehen.

Wenn mir das dann nun alle paar Wochen mal gelingt, geschehen hin und wieder frustierende Dinge: Entweder wollen die Kinder nicht schlafen, somit ist es dann schon wieder so spät und es lohnt sich am Ende nicht mehr, die Kiste anzuschmeißen, oder aber das Babyfon gibt die Laute meiner Kleinen in kurzen, regelmäßigen Abständen wieder. Es gibt Tage, an denen nervt das dann tatsächlich. Man kennt das bestimmt – man freut sich schon vorab darauf, dass die Kids bald im Bett sind, um mal wieder was Gutes für sich zu tun oder aber einem Hobby nachzugehen. Wenn dies dann nicht funktioniert, kann einen das schon nerven. Anderseits gibt es Tage, da denke ich mir, was solls, aufregen lohnt nicht und ich gehe entspannt ins Kinderzimmer und lege mich neben die Kleine, welche in der Regel kurz meine Hand halten muss, um wieder in den Schlaf zu kommen. Oft wache ich ein gutes Stündchen später, fast erholt, neben ihr auf. Auch das ist wunderschön, man muss es nur zu genießen wissen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s